Klosterführung in Engelberg
Am Mittwoch, 19. Januar treffen sich 29 Frauen in der Ei, um gemeinsam (im Schneegestöber) nach Engelberg zu einer Klosterführung zu fahren. Da wir ein wenig zu früh sind, gönnen wir uns vorher noch ein feines Kaffee und schauen uns in der Schaukäserei ein wenig um.
Um 15 h werden wir an der Klosterpforte von Frau Matter zur Führung erwartet. Sie führt uns zwei Stockwerke höher. Dort zeigt sie uns die Gästezimmer, die sehr eindrucksvoll beschriftet (mit Namen von Äbten oder Märtyrern) und alten Möbeln möbliert sind. Der Klostergang ist übrigens aus Quarzschiefer vom südlichen Hahnen.
Dann führt sie uns in den grossen und sehr eindrucksvollen Barocksaal und erzählt uns kurz die Entstehung des Klosters. 1120 wurde das Kloster durch Konrad von Sellenbüren mit Mönchen aus der Benediktinerabtei Muri gegründet. Gemeinsam mit dem ersten Abt einigten sie sich auf den Namen Engelberg. Das Kloster brannte dreimal in seiner Geschichte: erstmals um die 1200, dann um 1309 und ein drittes Mal am 29.8.1729. Bis im Jahr 1740 wurde Kirche und Konventgebäude im barocken Stil wieder aufgebaut.
Seit etwa dem 12. Jh. wurde die Abtei als Doppelkloster geführt, bis im Jahr 1615 das Frauenkloster nach Sarnen verlegt wurde. In Kamerun gründeten die Patres ein Missionswerk, heute ist dort nur noch ein Pater stationiert.
Abt Frowin (1143-1178) gründete die erste Klosterschule und seit 1908/09 kann in Engelberg auch die Matura abgelegt werden. Heute gehen ca. 210 Schüler ins Gymnasium, zudem besuchen ca. 70 Schüler die Sportmittelschule.
Von der Klosterküche werden täglich etwa 200 Personen verpflegt. Zusätzliche Einnahmequellen sind die Handwerksbetriebe (Schreinerei, Schlosserei, kleines Kraftwerk), aber auch die Vermietung der klostereigenen Gebäude. Auch die Schaukäserei ist eine bekannte Touristenattraktion, sowie die Klostergärtnerei.
Nach dem Barocksaal geht die Führung weiter in die Klosterkirche. Dort bestaunen wir das Chorbild mit der Maria Himmelfahrt. Der Hauptalter, der Ambo und das Taufbecken wurden bei der Gesamtrestaurierung von 2005-2007 vom Sarner Künstler Kurt Sigrist geschaffen. In Engelberg steht die grösste Orgel der Schweiz mit 9097 Pfeifen für 137 Register. Der markante Leuchter wurde nach Jahren im Estrich wieder restauriert. Er wurde zur Zeit der ersten Elektrifizierung vom Engelberger Hotelpionier Eduard Cattani geschenkt.
Im grossen Barocksaal und auch im Gäste-Esssaal können wir einige herausragende Intarsien-Werke des Bruders Columban bestaunen. Das Dirigentenpult, ein Tisch (mit biblischen Szenen) und ein Spielbrett. Zum Abschluss werden wir ins Tugendenzimmer geführt, wo Bruder Columban die 34 weiblichen Tugenden dargestellt hat.
Wir danken dem Kloster Engelberg und Frau Matter für die sehr interessante Führung.
Frauengemeinschaft
Sarnen
